Jeder vierte Ostdeutsche ein Verlierer

Ostdeutsche sehen ihre Lebenssituation immer schlechter. Foto: jphintzeLeben. Laut einer Studie der Volkssolidarität fühlen sich 23 Prozent der Ostdeutschen als Verlierer der Wiedervereinigung. Ganze 89 Prozent zeigen sich sogar unzufrieden mit der Demokratie in Deutschland. Man kann die Zahlen so oder so auslegen, doch für die Politik sollten sie dennoch ein Grund zur Sorge sein. Am Montag hat die Volksolidarität in Berlin eine bemerkenswerte Studie mit dem Titel “20 Jahre friedliche Revolution 1989 bis 2009 – Die Sicht der Bürger der neuen Bundesländer” vorgestellt und dabei einige interessante und zugleich alarmierende Dinge festgestellt. Positiv fällt auf, dass zwei Fünftel der Ostdeutschen der Meinung sind, von der Wiedervereinigung profitiert zu haben und sich daher zu den Gewinnern zählen. Weitere 30 Prozent sehen sowohl positive als auch negative Aspekte für ihr Leben. Allerdings geben auch 23 Prozent an, dass sie sich als Verlierer im wiedervereinigten Deutschland fühlen. Dass wären groß überschlagen rund vier Millionen ehemalige DDR-Bürger.

Soziale Lage wird immer dramatischer

Zwar freuen sich der Studie nach viele Ostdeutsche über die neuen Möglichkeiten des Konsums oder der Möglichkeiten des Reisens, doch viele bewerten ihr soziale Lage schlechter als noch vor einigen Jahren. “Ihre wirtschaftliche Lage bewerteten 2009 nur noch 32 Prozent der Ostdeutschen mit gut. 1999 waren es rund 47 Prozent”, erklärte Prof. Dr. Gunnar Winkler, Präsident des Verbandes bei der Vorstellung der Ergebnisse. Über die Hälfte der Ostdeutschen gaben zudem an, dass sich ihre Situation in den kommenden fünf Jahren sogar noch verschlechtern werde. Seit dem Jahr 2000 ist ein Negativtrend zu beobachten, so Winkler.

Demokratiedefizit in Deutschland

Aufgrund dieser Zahlen ist es auch kaum verwundlich, warum ebenfalls über die Hälfte der Befragten erklärten, es gäbe noch immer keine Angleichung der Lebensverhältnisse in Ost- und Westdeutschland. Selbst die Gruppe der Jüngeren oder der HochschulabsolventInnen sieht die Lage mehrheitlich negativ. (73 bzw. 78 Prozent) Besonders häufig die Gruppe der 50- bis 60-Jährigen und der Arbeitslosen gehen davon aus, dass die Unterschiede nur schwer oder garnicht zu überbrücken wären. Bei den Fragen zur Demokratie ergibt sich ein gespaltenes Bild. Zwar bewerten zwei Drittel der Ostdeutschen die Demokratie als sehr wichtig oder mindestens wichtig, doch erklären ebenso 89 Prozent sie seien mit der Demokratie unzufrieden. Gerade einmal sieben Prozent meinten, sie seien mit ihren politischen Einflussmöglichkeiten zufrieden.

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http://www.wikio.de Von DwD Autor Robert Meyer
Dieser Artikel wurde am 20. Juli 2009 veröffentlicht und fällt unter die Kategorie Allgemein, Gesellschaft. Du kannst allen Kommentaren über diesen Text mit Hilfe des RSS 2.0 Feed folgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu schreiben oder einen Trackback von deiner eigenen Webseite zu hinterlassen.

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