Mit Raab in ein neues Waterloo

Raab solls beim Grand Prix 2010 für Deutschland richten. Foto: PR

Entertainment. Stefan Raab wird nun doch 2010 den deutschen Eurovision Song Contest Vorausscheid unterstützen. ARD und ProSieben wagen für den deutschen Erfolg ein neuartiges Experiment. So kann ein schöner Nachmittag aussehen: Eine gemütliche Tasse Kaffee und passend dazu dudelt im Radio das wunderschöne Lied “Fairytale” von Alexander Rybak, dem Grand Prix Gewinner von 2009 (DwD berichtete). Doch dabei schwingt für viele eine Wehmutsklage mit. Wieder bemerkt man, uns liegt die Eurovision Song Contest Pleite von Moskau noch gehörig in den Knochen. Warum haben wir keinen Erfolg mehr? Können wir keinen Musikwettbewerb mehr gewinnen? Warum scheitern wir mit eigentlich guten Beiträgen? Hat uns denn keiner mehr lieb? Sehr lange haben viele Köpfe über einer Lösung unseres Erfolgsproblems gebrütet, denn seit Jahren schafft es kein deutscher Beitrag mehr, sich einen annehmbaren Platz in diesem internationalen Musikwettbewerb zu erkämpfen. Mit der Zeit wurden Stimmen lauter, welche sogar ein Aussetzen Deutschlands im nächsten Jahr forderten, um sich eine “Pause” zu gönnen. Immer weniger Künstler zeigen Interesse an einer Teilnahme, vielleicht haben sie Angst vor einer weiteren Niederlage. Diese Blamage solle uns doch zukünftig erspart bleiben. Doch dazu wird es natürlich nicht kommen.

Kooperation zwischen Privat und ARD

Nun hat das Suchen ein Ende: Stefan Raab wird in einer Kooperation von ProSieben und der ARD auf die Suche nach einem würdigen und hoffentlich sehr erfolgreichen Beitrag gehen. Dabei hatte der erfolgreiche Entertainer eine Zusammenarbeit mit der ARD und deren Vorentscheid zum Eurovision Song Contest zunächst im Mai abgelehnt. Nach einer Einigung der Sender, wird Raab im Vorentscheid 2010 mit der ARD und ProSieben sowie den Pop- und jungen Wellen des ARD-Hörfunks in einem bundesweiten Casting nach 20 möglichst unverbrauchten Finalisten suchen, von denen es nur ein Beitrag nach Oslo schaffen kann. Das Besondere ist wohl die ungewöhnliche Kooperation zwischen einem Privatsender und dem Öffentlich-Rechtlichem Sender ARD. Beide wollen sich mit der Ausstrahlung der acht-folgigen Show abwechseln. Stefan Raab wird gleichzeitig Moderator und auch Teil der Jury, bestehend aus namenhaften Persönlichkeiten aus Musik- und Showbusiness, sein. Über eine Abstimmung wählen die Zuschauer dann den Finalisten. Es mag wohl den ein oder anderen wundern, dass sich beide Sender zusammengefunden haben und dennoch sehen beide einen Erfolg in diesem Format. Der NDR-Intendant Lutz Marmor spricht von einem “ungewöhnlichen senderübergreifenden Experiment” und der Grand Prix sei genau das Richtige dafür. Mit Raab soll natürlich nicht nur ein Talent gesucht, sondern auch der bisher eher lahme Vorausscheidt spannender gemacht werden. Von einer Sendung mit Raab im Ersten verspricht sich der Öffentlich-Rechtliche wahrscheinlich eine höhere Zuschauerquote, besonders beim jüngeren Publikum. Zumal Stefan Raab das Aushängeschild von ProSieben darstellt und vorallem beim jüngeren Publikum beliebt ist.

ARD erhofft sich Traumquoten

Immerhin hat der Spaßmacher vom Dienst schon einige sehenswerte Plätze beim Grand Prix belegt. Mit “Waddehaddedudeda”, selbst als Sänger (2000, 5. Platz) und zwei Produktionen, mit Gildo Horn (1998, 7. Platz) und Max Mutzke (2004, 8.PLatz), stürmte der heute 42-Jährige den Song Contest und soll nun zum nächsten Erfolg verhelfen. Dennoch wird aus der Show sicher nur ein Momenterfolg für die Öffentlich-Rechtlichen, welche sich in den letzten Jahren an diversen billigen Kopien von TV-Formaten der Privaten versucht haben, um ein größeres und vor allem jüngeres Publikum zu erreichen. Abgewatscht mit im Keller dümpelnden Quoten, trösteten sie sich wieder mit Schunkelabenden und Heile-Welt-Filmen. Warten wir es mal ab, ob Raab mit diesem Projekt den deutschen Sieger für 2010 findet. Regnet es zukünftig “Germany 12 Points”, so könnte dieses “Experiment” eine Zukunftschance haben.

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http://www.wikio.de Von DwD Autor Ulrike Roche
Dieser Artikel wurde am 21. Juli 2009 veröffentlicht und fällt unter die Kategorie Allgemein, Entertainment. Du kannst allen Kommentaren über diesen Text mit Hilfe des RSS 2.0 Feed folgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu schreiben oder einen Trackback von deiner eigenen Webseite zu hinterlassen.

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