Was wurde aus der Schweinegrippe?

Debatte. Über das Thema Schweinegrippe redet keine Sau mehr. Dafür darüber, dass diese Subvention der Pharmaindustrie den Bundesländern und damit den Steuerzahlern teuer zu stehen kommen wird. Was hatten sie nicht alles probiert, um die schlimmsten Katastrophenszenarien an die Wand zu malen? Die Bild versprach uns noch im Herbst 25.000 Tote aufgrund von H1N1. Und jetzt? Anfang Januar hat es in Deutschland gerade einmal für 132 Tote gereicht. Selbst bei weltweiten Maßstäben würde Bild mit seinen Prognosen noch weit vor dem offiziellen Ergebnis liegen. Hier sind es rund 20.000 offizielle Tote, wobei selbst diese Opferzahl als übertrieben gelten dürfte, da sie auf einer schwammigen Zählweise der amerikanischen Behörden, welche angeblich die meisten Kranken zu behandeln hatten, beruhen. Ein kleiner Schnupfen reichte vielfach aus und schon war von der Schweinegrippe die Rede. Die versprochenen Leichenberge werden also nicht kommen und jene, welche noch vor wenigen Wochen die Hysterie schürten, geben sich jetzt kleinlaut.

Rolle der WHO, Journalisten und Politik

Wie DwD Online bereits in der Vergangenheit berichtete, war es vor allem das Vorgehen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), welche aus einer Mücke einen Elefanten machte. Denn die Damen und Herren hatten nichts Besseres zu tun, als die Mortalitätsrate als Kriterium für eine Pandemie zu streichen. Erst so wurde es der Pharmaindustrie möglich, die Sau hollywoodreif durch das Dorf zu treiben. Von den Journalisten bekamen sie dabei die nötige Schützenhilfe. Dabei hätte man sich noch nicht einmal mit den Kriterien der WHO auseinandersetzen müssen, um die Zeichen der Zeit richtig deuten zu können. Allein der Fakt, dass sich nur 15 Prozent der deutschen Ärzte gegen die Grippe haben Impfen lassen, zeigt uns eindrucksvoll, wie groß die Gefahr wirklich gewesen ist. Deshalb gibt es nur zwei Möglichkeiten. Entweder sind unsere Topjournalisten von Spiegel, Stern, Focus, Welt und Co. einfach nur sau dämlich oder einfach nur geldgeil. Egal welche der beiden Vermutungen am Ende zutreffen sollte, den Beruf haben die meisten Macher der schreibenden Zunft damit eindeutig verfehlt. Bleibt uns noch die dritte Gruppe der Schuldigen: Unsere Politiker!

Stich mich, wenn du kannst!

Irgendwie lässt uns das Bild unseres Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) nicht los, wie er sich in guter alter Propagandamanier den ersten Picks versetzen ließ. Okay, eigentlich war er nicht der erste, aber dennoch wollte uns Rösler Kraft seiner Autorität als Arzt davon überzeugen, dass die Grippeschutzimpfung gegen H1N1 ganz wichtig für unsere Gesundheit ist. Zum Glück ließen sich nur sechs Prozent der Bevölkerung von diesem Hype anstecken, der Rest blieb zu weiten Teilen kerngesund. Die Bundesländer wird diese Entwicklung indes weniger freuen. Immerhin bleiben sie jetzt auf Millionen von Impfeinheiten sitzen. Der Schaden könnte nicht größer sein. Der größte Hersteller des Mittels Pandemrix, Glaxo Smith Kline, wird sich diebisch freuen. Immerhin ist die Tinte unter den Lieferverträgen für rund 82 Millionen Dosen schon längst getrocknet. Und die Länder werden sich doppelt ärgern. Sie bleiben nicht nur auf ihrem Wundermittel sitzen, sondern müssen für den Schaden auch noch aufkommen. Denn die Krankenkassen zahlen nur für jene Impfdosen, welche auch wirklich Verwendung gefunden haben. So oder so: Der Steuerzahler haftet für die Verfehlungen und Entscheidungen der Politik. Zwar wollen die Länder mit dem Hersteller noch über die zu liefernden Einheiten verhandeln, der Schaden liegt aber trotzdem im dreistelligen Millionenbereich. Eine Impfdose ließ sich Glaxo Smith Kline immerhin mir rund sieben Euro vergolden. Eine teure Subvention der Pharmaindustrie, welche bei 400 Millionen Euro liegen sollte.

Wohin mit dem Zeug?

Gebraucht werden die 82 Millionen Impfdosen also nicht mehr. Bleibt also noch die Frage offen: Wohin mit dem Zeug? Denn schließlich haben auch Impfdosen ein Verfallsdatum und in der künftigen Grippesaison wird Pandemrix in die Tonne gekloppt bzw. in abgewandelter Form Teil der saisonalen Spritzaktion. Hier kommt unser Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) ins Spiel. Der hat vollmundig versprochen, die afrikanischen Länder im Kampf gegen die Schweinegrippe zu unterstützen. Übersetzt heißt das: Afrika bekommt den Müll, welchen wir Deutschen uns nicht verabreichen lassen wollten. Verklappung unseres westlichen Mülls in seiner dämlichsten Form. Ob ein Nigerianer überhaupt weiß, wie man H1N1 schreibt? Bleibt zu hoffen, dass die afrikanischen Staaten dieses Geschenk nicht annehmen werden und das Mittel in unseren Lagern verrottet.

Kommt jetzt die Ziege?

Was dank größtmöglicher Manipulation mit der Schweinegrippe nicht gelungen ist, könnte ja vielleicht mit einer Ziege erfolgreich sein. Sie haben richtig gelesen: Eine Ziege.  Denn dieses niedliche Tier trägt laut ersten Medienberichten auch einen gefährlichen Erreger in sich. Vielleicht gibt es dann wenigstens die versprochenen Leichenberge.

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Dieser Artikel wurde am 5. Januar 2010 veröffentlicht und fällt unter die Kategorie Gesellschaft. Du kannst allen Kommentaren über diesen Text mit Hilfe des RSS 2.0 Feed folgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu schreiben oder einen Trackback von deiner eigenen Webseite zu hinterlassen.

5 Responses to “Was wurde aus der Schweinegrippe?”

  1. kssLr

    Super Artikel…. der wütende Ton der im Subtext mitschwingt reflektiert wunderbar die Empörung des Volkes….

    Ich persönlich habe von Anfang an gewusst, dass ich mich nicht impfen lassen werde.
    Länder die noch per Volksentscheid über solche Sachen entscheiden sind hier ganz klar im Vorteil.

  2. bassdrum

    ich hatte dummerweise zum jahreswechsel grippe, sehr dumme sache, ob das nun schweine-rinder-esel oder was weis ich für eine grippe war weis ich nicht, jedoch hab ichs überlebt^^ vlt sogar gerade weil ich mich NICHT spritzen lassen habe und es auch keinem empfehlen würde!

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  1. Ironie Pandemrix « Senf
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  3. Baezol 2.0 » Ironie Pandemrix

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