Hilferuf des verwundeten Tieres

Kulturknast. In unregelmäßigen Abständen veröffentlicht unser Nachwuchsdichter Robert Andrich an dieser Stelle einige selbst verfasste Gedichte, um der müden Kulturnation auf die Sprünge zu helfen.

Schreie, Schreie wurden laut
Gemischt aus Freud und Leidensqual
Und wer mit scharfem Auge schaut
entdeckt ein tiefes Jammertal

Aus Gräbern, Schluchten schallt es holt
Wie reißend Zähne im Sägewerk
“Das Volk, das Volk hat es gewollt”
Doch verwundert schaut der betroffne Zwerg

Solln jetzt Wellen, die westwärts rollen
Unbeherrscht uns präsentieren?
Wer von uns kann dieses wollen
von den wasserscheuen Tieren?

Gelb und Blau sind Hämatome
Die uns eingeprügelt werden
Leuchtend schmerzhaft wie Phantome
bunt gefleckt die stummen Herden

Schwarz und stinkend die Verwesung
Die das tote Fleisch befällt
Die Nüstern brauchen schnell Genesung
Luft, die allen gut gefällt

Wir wählten uns ein Muttertier
Verwirrt von Hoffnung und Gestank
Sie sagt “zu essen geb ich dir”
Doch dieses machte uns krank

So bleibt uns, schwach und krank zu werden
Gib Medizin uns auf die Hand -
So schön einst unser Heimargarten
so elend nun das eigne Land

Share and Enjoy:
  • Print
  • Digg
  • del.icio.us
  • Facebook
  • Google Bookmarks
  • Blogplay
  • MySpace
  • RSS
  • Twitter
  • Webnews.de
  • Wikio
  • Yahoo! Bookmarks
http://www.wikio.de Von DwD Autor Robert Andrich
Dieser Artikel wurde am 30. Januar 2010 veröffentlicht und fällt unter die Kategorie Kulturknast. Du kannst allen Kommentaren über diesen Text mit Hilfe des RSS 2.0 Feed folgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu schreiben oder einen Trackback von deiner eigenen Webseite zu hinterlassen.

Kommentar schreiben