Kulturknast. In unregelmäßigen Abständen veröffentlicht unser Nachwuchsdichter Robert Andrich an dieser Stelle einige selbst verfasste Gedichte, um der müden Kulturnation auf die Sprünge zu helfen.
Schreie, Schreie wurden laut
Gemischt aus Freud und Leidensqual
Und wer mit scharfem Auge schaut
entdeckt ein tiefes Jammertal
Aus Gräbern, Schluchten schallt es holt
Wie reißend Zähne im Sägewerk
“Das Volk, das Volk hat es gewollt”
Doch verwundert schaut der betroffne Zwerg
Solln jetzt Wellen, die westwärts rollen
Unbeherrscht uns präsentieren?
Wer von uns kann dieses wollen
von den wasserscheuen Tieren?
Gelb und Blau sind Hämatome
Die uns eingeprügelt werden
Leuchtend schmerzhaft wie Phantome
bunt gefleckt die stummen Herden
Schwarz und stinkend die Verwesung
Die das tote Fleisch befällt
Die Nüstern brauchen schnell Genesung
Luft, die allen gut gefällt
Wir wählten uns ein Muttertier
Verwirrt von Hoffnung und Gestank
Sie sagt “zu essen geb ich dir”
Doch dieses machte uns krank
So bleibt uns, schwach und krank zu werden
Gib Medizin uns auf die Hand -
So schön einst unser Heimargarten
so elend nun das eigne Land
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