Sinn und Zweck von Klimaanlagen

Wirtschaft. Bei der Deutschen Bahn sorgen defekte Klimaanlagen in einigen ICE-Zügen seit Tagen für Schlagzeilen. Ein Interview der Zeitschrift Stern mit dem Bahn-Sonderbeauftragten Georg Brunnhuber verrät die Ursachen. Ein Blick auf den Kalender verrät dem gemeinen Bürger: Es ist Mitte Juli – Und im Juli herrscht bekanntlich auf der Nordhalbkugel eine Jahreszeit namens Sommer. Der Sommer wiederum steht im Allgemeinen für sagen wir eher etwas höhere Temperaturen. Meteorologen sprechen ab einer Temperatur von mindestens 25 Grad im Schatten von einem Sommertag. Sollte das Quecksilber gar die 30 Grad Grenzen erreichen oder übersteigen, redet man in der Fachsprache bereits von einem heißen Tag. Soweit die Theorie.

Nun könnte der ein oder andere spätestens in den letzten Jahren auf die Idee gekommen sein, dass der Sommer in Mitteleuropa auch mal die Angewohnheit hat, sich nicht an geltende Normen zu halten und einfach etwas wärmer zu werden. So geschehen auch in den letzten Wochen. Für die Deutsche Bahn und deren Klimaanlagen scheint das Sommerwetter ein bisschen zu viel zu sein. In gleich mehreren ICE-Zügen viel deshalb in letzter Zeit die Kühltechnik aus. Mollig warme 50 Grad Celsius und mehr in den Fahrgasträumen waren die Folge. Sommer? Klimaanlagen? Es wäre wohl anmaßend zu erahnen, dass hohe Temperaturen und der Einsatz von Klimatechnik etwas miteinander gemein haben. Wer ehrlich ist und schon öfters auf die Angebote der DB angewiesen war, weiß welche Kinderkrankheiten deren Technik hat. Ist es Winter, frieren schnell auch die Fahrgäste. Ist es Sommer funktioniert die Kühlung entweder überhaupt nicht oder sie arbeitet so “gut”, dass man als Passagier stets seinen Wintermantel griffbereit haben sollte.

Der Stern hat im Interview mit dem Bahn-Sonderbeauftragten Brunnhuber nun herausgefunden, worin die Ursachen für das Chaos liegen. Die Worte von Grubes Berater in Sachen politischer Kommunikation sprechen für sich: “Zum Zeitpunkt der Planung dieser ICEs ist niemand davon ausgegangen, dass wir einmal Temperaturen von mehr als 35 Grad in Deutschland haben würden.” Jetzt sollte ein halbwegs versierter Mensch mit technischem Grundwissen eigentlich schnell erkennen, dass so ziemlich jedes sensible Gerät einen Toleranzbereich haben sollte. Sprich: Ein Kran mit einer zugelassenen Traglast von beispielsweise 1000 kg sollte nicht schon bei 1010 kg schlappmachen und zusammenbrechen. Anderes Beispiel siehe Luftfahrt: Ein Flugzeug hat in der Regel immer etwas mehr Sprit an Bord als es eigentlich für die zu bewältigende Strecke benötigt. Niemand käme auf die Idee für einen 1000 Kilometer Flug auch nur Kerosin für genau 1000 Kilometer aufzutanken. Eine Verzögerung im Landeanflug, ein Vorfall an Bord und der Vogel würde wie ein Stein vom Himmel fallen. Besagte Klimaanlagen bei der Bahn sind nur laut Aussage von Brunnhuber bis zu einer Temperatur von 35 Grad ausgelegt. Eindeutig zu wenig, wie die zuständigen Konstrukteure von Siemens und Bombardier hätten erahnen können, wären sie nur einmal auf die Idee gekommen, sich die Zahl der heißen Tage in Deutschland anzuschauen. Deren Trend zeigt schon länger als eine Saison nach oben. Wie einfach wäre es da gewesen, deutlich früher zu reagieren. Wie gut für die DB, dass die entsprechende DIN Norm auch nur eine Maximaltemperatur von 35 Grad vorsieht. Schuld ist demnach nicht nur die Bahn, sondern auch gleich die Politik, da sie die schlicht und ergreifend die fortschreitende Veränderung des Klimas verschlafen hat.

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http://www.wikio.de Von DwD Autor Robert Meyer
Dieser Artikel wurde am 15. Juli 2010 veröffentlicht und fällt unter die Kategorie Wirtschaft. Du kannst allen Kommentaren über diesen Text mit Hilfe des RSS 2.0 Feed folgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu schreiben oder einen Trackback von deiner eigenen Webseite zu hinterlassen.

2 Responses to “Sinn und Zweck von Klimaanlagen”

  1. buntklicker.de

    DIN-Norm hin oder her, wenn die Bahn die Züge bei Temperaturen von über 35 °C fahren läßt, dann muß sie auch dafür Sorge tragen, daß die Klimaanlagen funktionieren. Oder sich von jedem Fahrgast schriftlich bestätigen lassen, daß eine Funktion der Klimaanlage nicht garantiert ist, es zu gesundheitsgefährlichen Temperaturen im Wageninneren kommen kann und der Fahrgast die Fahrt dennoch auf eigenes Risiko antritt.

    Die DIN-Norm könnten sie bestenfalls als Begründung dafür heranziehen, bei Temperaturen von über 35 °C die Züge nicht fahren zu lassen.

  2. admin

    ich sehe sie haben das problem erkannt ;)

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