International. Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) wollte deutschen Nichtregierungsorganisationen (NGO) einen zweistelligen Millionenbetrag überweisen, falls diese zukünftig mit der Bundeswehr in Afghanistan kooperierten. Allein die NGOs wollen nicht mitspielen. Das hat sich der Entwicklungshilfeminister Dirk Niebel (FDP) laut einem Bericht des Magazins der Spiegel mit Sicherheit viel leichter vorgestellt. Sein Konzept sah vor, das deutsche NGOs wie die Caritas aus dem Bundesministerium für ihren Einsatz am Hindukusch einen zweistelligen Millionenbetrag erhalten würden, falls diese sich im Gegenzug dazu verpflichteten, eine Zusammenarbeit mit den Bundeswehrkräften vor Ort einzugehen. Niebel nennt so was wortreich “vernetzte Sicherheit”. Allein die NGOs wollen sich nicht vor den Karren der deutschen Außenpolitik spannen lassen und winken ab. So erklärt Venro, eine Art Dachverband aller deutschen Nichtregierungsorganisationen, dass man sich nicht auf den faulen Deal einlassen wolle. “Unsere Mitgliedsorganisationen fühlen sich erpresst”, sagte der Venro- Vorsitzende Ulrich Post gegenüber dem Spiegel. Gingen die NGOs auf den Vorschlag ein, so würden sie sich indirekt zu einer “Durchführungsorganisation der Regierung” machen. Zudem verweist Venro darauf, dass die Bundeswehr vorrangig ganz andere Ziele in Afghanistan verfolge als etwa die vor Ort agierenden NGOs. Ziel der Streitkräfte sei primär ein sicherheitspolitisches, die Hilfsorganisatoren kümmern sich stattdessen um humanitäre Belange. Niebel und Co. werden solche Worte indes ungern hören. Schließlich versucht die Bundesregierung den Kriegseinsatz seit Jahren als humanitären Einsatz zu verkaufen.
Juli 18th, 2010 at 02:33
Danke für die hilfreiche beobachtung. Ich werd’s in den nächsten Fundstücken bringen.
Herzlich,
Uwe