Ifo-Geschäftsklima Märchen

Wirtschaft. Das Ifo-Institut aus München unter der Leitung des Wirtschaftsprofessors Hans-Werner Sinns beglückt das Land jeden Monat mit Wirtschaftszahlen aus dem Märchenland. Es gibt eine relativ feste Regel, welche besagt, dass der Abbau von Arbeitslosigkeit etwa ab einem Wirtschaftswachstum von zwei Prozent und mehr beginnt. Behalten wir uns diese Zahl im Hinterkopf und schauen wir uns nun an, mit welcher Meldung die meisten Medien heute aufmachen: “Stimmung in der Wirtschaft so gut wie seit Jahren nicht!” titelt etwa die Bild. Bei der Welt will man angeblich wissen: “Index mit stärksten Anstieg seit Wiedervereinigung”. Selbst doch die sonst immer relativ seriös berichtenden öffentlich-rechtlichen stimmen in den Propagandatenor ein: “Ifo-Index: “Sommermärchen” in der deutschen Wirtschaft” verrät uns das Onlineangebot von ARD Börse.

Woher die plötzlich so bombastische, supermäßig aufgehellte Stimmung kommt? Jeden Monat beglückt uns das Ifo-Institut aus München mit dem gleichnamigen Geschäftsklimaindex. Leiter dieser wissenschaftlichen Kaffeesatzleserei ist Professor Hans-Werner Sinn. Sie wissen schon, dass ist der Typ, welcher in regelmäßigen Abständen gegen Mindestlöhne und den Sozialstaat hetzt. Wer sich auf internationaler Wissenschaftsebene etwas auskennt weiß, dass Leute wie Sinn eigentlich keine bedeutende Rolle spielen. Allein in Deutschland rennt man trotz aller Fingerzeige der Realität noch immer solchen Personen hinterher. Doch zurück zum eigentlichen Thema…
Der Geschäftsklimaindex des Ifo ist im Vergleich zum Vormonat Juni von 101,8 Punkten auf 106,2 Zähler gestiegen. Wieso es zu diesem Sprung nach oben gekommen ist? Nun, selbst “Experten” wissen es nicht, wie man uns in der ARD glücklicherweise verrät.

“Ich kann mir diese Zahl gar nicht richtig erklären”, sagte Jens-Oliver Niklasch von der LBBW.

Eine Unterlegung mit harten Fakten gibt es nicht. Schaut man sich nämlich die Zahlen der näheren Vergangenheit an, so sieht es doch eher mau mit der deutschen Wirtschaft aus. Im Frühjahrsquartal jubelte man noch über gigantische 1,0 Prozent Wirtschaftswachstum. Spätestens jetzt sollte sich der Leser aber an den Anfang dieses Artikels zurückbesinnen. Um tatsächlich aus der Krise zu kommen brauchen wir nicht ein mickriges Prozentpünktchen sondern mindestens das Doppelte, um auch nur die Chance zu bekommen, die Arbeitslosigkeit ein wenig zu senken. Doch den Dämpfer für so viel überflüssige Euphorie liefert die versammelte Expertenmannschaft gleich selbst. Für das laufende Quartal rechnet man bereits wieder mit einem Wachstum von deutlich unter einem Prozent. Wenn also solche Sätze fallen wie “Die deutsche Wirtschaft ist wieder in Partylaune” (O-Ton Sinn) dann kann man das getrost unter der Rubrik Geschichten aus dem Märchenland oder, falls man es ein wenig ernster mag, als dreiste Wirtschaftspropaganda abtun. Oder um es noch etwas klarer zu sagen: Eine Laune hat nichts mit belastbaren Fakten zu tun.

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http://www.wikio.de Von DwD Autor Robert Meyer
Dieser Artikel wurde am 23. Juli 2010 veröffentlicht und fällt unter die Kategorie Wirtschaft. Du kannst allen Kommentaren über diesen Text mit Hilfe des RSS 2.0 Feed folgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu schreiben oder einen Trackback von deiner eigenen Webseite zu hinterlassen.

45 Responses to “Ifo-Geschäftsklima Märchen”

  1. Guardian of the Blind

    Der ifo-Geschäfsklimaindex ist das einzige, was “Deutschlands klügster Professor” (Bild) an auch nur halbwegs Nützlichem zu Stande gebracht hat. Man kann ihn durchaus mal in größere Analysen mit viel mehr Daten einbeziehen, alleine ist er jedoch recht unbrauchbar und hat bei weitem nicht die Bedeutung, die ihm von der Mainstream-Presse zugemessen wird

  2. Luke

    Auch in anderen Ländern gibt es einflusreiche Volkswirte und Profs und auch dort gibt es Panels und Wirtschaftsprognosen. Der deutschen Wirtschaft geht es erstaunlich gut und die Aussichten sind, trotz etlicher Risiken, gut. Und das der Sozialstaat un der Mindestlohn Arbeitsplätze kostet ist hinreichend belegt.

    Also alles im grünen Bereich.

  3. admin

    @ Luke: Und die Existenz des Weihnachtsmannes wird auch jedes Jahr von der US-Luftwaffe belegt…
    Soso der deutschen Wirtschaft geht es mit ihren gigantischen 1 Prozent Wachstum erstaunlich gut. Fragt sich nur ob davon irgendwas bei den Leuten ankommt….

  4. Lutz Hausstein

    Wieso die Diskussion? Stimmt doch alles, was dasteht. “Deutsche Wirtschaft in Partylaune” und “Der deutschen Wirtschaft geht es erstaunlich gut” ist doch alles korrekt. Von den “normalen” Menschen ist doch da gar keine Rede. Insofern stimmt es doch. Die Wirtschaft fährt, trotz niedriger Wachstumsraten, ordentliche Gewinne ein.

    Ein Beispiel, wenn auch zwar von keinem deutschen Unternehmen, zeigt doch “wunderbar”, wie dies zusammenpasst. Meldung im MDR vom 18. oder 19.07:

    “Die Mitarbeiter des Glühlampenherstellers Philips Plauen demonstrieren seit dem Vormittag vor der Konzernzentrale in Eindhoven gegen den drohenden Stellenabbau. Nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall sind die mehr als 300 Beschäftigten Sonntagabend mit sieben Busse in die Niederlande gefahren. Mit der Aktion protestieren die Vogtländer gegen die geplante Verlagerung der H4-Halogenlampenproduktion nach Polen, die der Konzern plant.

    (…)

    Der niederländische Elektronikkonzern Philips hat seinen Gewinn im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr versechsfacht, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Von April bis Ende Juni dieses Jahres verdiente das Unternehmen nach eigenen Angaben netto 262 Millionen Euro, im Vorjahreszeitraum waren es 45 Millionen Euro gewesen. Der Umsatz stieg um knapp ein Fünftel auf 6,19 Milliarden Euro. Die Zunahme sei auf eine höhere Nachfrage nach Leuchtmitteln und Unterhaltungselektronik zurückzuführen, vor allem in Schwellenländern, teilte Philips mit.”

    Quelle: http://www.mdr.de/nachrichten/7500629.html

    Der Textinhalt ist allerdings heute, am 24.07., nicht mehr derselbe. Da steht nämlich nichts mehr im Text vom versechsfachten Gewinn. Nur noch in einem Textfeld neben der Nachricht. Wie lange auch der noch dort steht, wissen wohl nur die Internetverantwortlichen beim MDR.

    Das Beispiel zeigt doch aber hervorragend, wie die Wirtschaft in Partylaune sein kann, während die “normalen” Menschen immer mehr vor die Hunde gehen.

  5. admin

    Frage ist nur inwieweit man sowas auf kleine und mittelständische Unternehmen übertragen kann, welche vorwiegend vom Binnenmarkt abhängen.

  6. Lutz Hausstein

    Wohl eher weniger.

    Doch diese Firmen hat Käpt´n Ahab sowieso nicht so im Blick. Weder bei seiner Party-Äußerung noch eigentlich überhaupt.

    Geht doch gerade binnenmarkt-orientierten Unternehmen aufgrund der gesunkenen Kaufkraft im Inland (durch Arbeitslosigkeit, Hartz-IV, Niedriglöhne usw.) immer mehr die Kundschaft flöten.

  7. admin

    Also schlussfolgern wir daraus, dass der Ifo-Index einfach nur Müll ist.

  8. Luke

    Von was redet ihr den alle? Natürlich kommt es bei den kleinen Leuten an.
    Ich kenne niemanden, der arbeiten will aber keinen Job findet. Und das in dieser Weltwirtschaftskriese. Deutschland hat sich bisher wacker geschlagen und jetzt brummt das Geschäft wieder. Die Autobahnen sind wieder voll mit LKW`s, der Flughafen hat Engpässe und mein Nachbar beklagt sich über Sonderschichten statt Sommerurlaub. Und wer qualifizert ist der bekommt auch einen guten Lohn. Warum sollte der Index Müll sein? Es wird eine große vielzahl von repräsentativen Unternehmen aus ganz Deutschland nach der aktuellen Lage befragt. Warum sollte das nicht eine Tendenz für die ganze Wirtschaft wiedergeben?
    Hört auf zu nörgeln oder schlaue Freitagmorgends schlaue Komentare zu schreiben und geht arbeiten! Wenn ihr unzufireden seit ändert was. Wenn ihr meint euer Einkommen ist zu niedrig dann wechselt den Job oder qualifiert euch oder wechselt dahin, wo euer Job gut bezahlt wird oder macht euch selbsständig!

  9. admin

    Einige Fragen an Luke: In welcher Gegend wohnst du? In welcher Branche arbeitet dein Nachbar?

    Dann beantworte mir eine Frage: Wieso haben wir trotz deines besagten Booms in Deutschland noch immer über 4,5 Millionen Menschen keine Arbeit. (Quelle: http://www.linksfraktion.de/pressemitteilung.php?artikel=1259018150) Und wenn man die Zahl noch genauer nachrechnet, kann man eine weitere Million oben draufpacken!

  10. Lutz Hausstein

    Luke, der war gut! :-)

    Gibt es in Deutschland auch unbewohnte Inseln, auf die Du Dich zurückgezogen haben könntest, um dann dort niemanden zu kennen, der keine Arbeit kriegt?

    Oh Mann, so einen Quatsch verzapfen ja nicht einmal die FDP-Marktanbeter. Die Alo-Zahlen liegen sogar noch beträchtlich über den hier veranschlagten 4,5 Mio + 1 Mio!

    Mache Dich mal lieber kundig, wieviele der Arbeitslosen Facharbeiter- oder gar Hochschulabschlüsse haben, wenn Du wieder einmal über fehlende Qualifikationen schwafelst.

  11. admin

    @ Lutz Hausstein: Ich hab mich bewusst nur auf die 5,5 Millionen bezogen, da diese relativ leicht nachvollziehbar sind. Es gibt Rechnungen, welche sogar auf derzeit acht bis neun Millionen kommen. (Je nachdem, wann man einen Job als Arbeit definiert)

  12. Lutz Hausstein

    Rischtisch! ;-)

  13. Luke

    jaja 9 Mio und ich bin der König von China.
    Wir haben die größte Wirtschaftskriese überhaupt und keiner merkts. So siehts aus.
    Das wir Boomen wollte ich nicht sagen. Aber wir können optimistisch in die Zukunft blicken.

  14. Luke

    Linksfraktion als Quelle :D Dann kannst du ja gleich mit Bild und taz kommen.

  15. admin

    @ Luke: Ich kann dir auch gerne den monatlichen Bericht der BA als Link geben. Dann musst du dir allerdings die Mühe machen, alle Zahlen selbst herauszusuchen. Denn irgendwo auf den über hundert Seiten kannst du alles finden, was du brauchst.

    by the way: Du setzt jetzt nicht Bild und tag gleich????

  16. Lutz Hausstein

    Luke, jetzt ist aber langsam mal gut. Ich habe ja noch ein gewisses Maß an Verständnis, wenn jemand aufgrund der ganzen, vor allem auch regierungsamtlichen, Manipulationen ziemlich ahnungslos ist. Wenn man sich dann allerdings auch noch als beratungsresistent erweist und in seiner eigenen Ahnungslosigkeit Andere als ahnungslos bezeichnet (muss nicht immer wörtlich sein), dann ist dies gezielte Stimmungsmache. Und da gibt es von mir ein paar auf den Hinterkopf. Soll das Nachdenken fördern, so sagt man. :-)

    Vielleicht beschäftigst Du Dich erst einmal mit den Methoden, wie die Bundesanstalt für “Arbeit” die Zahlen herunterrechnet und die dann in dieser Höhe sowohl von Regierung als auch den Medien für ihre Jubelmeldungen ge- und missbraucht werden:

    “Niemand soll behaupten, die Bundesagentur für Arbeit (BA) bemühe sich nicht, die Bürger umfassend zu informieren. Wer wissen will, wie es um den Arbeitsmarkt steht, bekommt von ihr jeden Monat einen 90 Seiten dicken Bericht, gespickt mit Zahlen, ergänzt durch 50 Blatt methodische Erläuterungen. Zusammen also 140 Seiten.
    (…)
    Offiziell sind im Augenblick 3,4 Millionen Bundesbürger arbeitslos, wie BA-Chef Frank-Jürgen Weise am Dienstag bekannt gab. Das ist nur die halbe Wahrheit. Rund eine Million Menschen ohne regulären Job werden dabei nicht mitgezählt. Sie nehmen zum Beispiel gerade an einem vom Arbeitsamt organisierten Bewerbertraining teil oder sind vorübergehend mit einem sogenannten Ein-Euro-Job beschäftigt, einer behördlich organisierten Hilfstätigkeit (das betraf im Juni 330.000 Menschen). Ebenso wenig taucht in der Statistik auf, wer mit Geld aus der Arbeitslosenkasse in eine Art Vorruhestand versetzt wurde (150.000 Menschen).

    Im Prinzip ist das alles nicht neu. Aber statt die Statistik durchschaubarer zu gestalten, hat die schwarz-rote Bundesregierung in jüngster Zeit weitere Regeln eingeführt, die die Arbeitslosenzahl nur rechnerisch senken. Seit Anfang dieses Jahres etwa gelten Erwerbslose, die die Bundesagentur zu privaten Vermittlern schickt, nicht mehr als arbeitslos. Bisher fielen dadurch nach BA-Angaben rund 60000 Arbeitslosengeld-Empfänger aus der Statistik. Die Zahl dürfte bis zum Jahresende noch weiter steigen. (…)

    Immerhin: Ende 2007 schaffte die Große Koalition eine Art Vorruhestandsregel ab, durch die zuvor ein Großteil der Arbeitslosen nach dem 58. Geburtstag aus der Zählung verschwand. Allerdings schuf die Bundesregierung gleich eine neue Regelung für ältere Hartz-IV-Empfänger, die seit diesem Jahr greift: Wer 58 Jahre alt wird und binnen zwölf Monaten keine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung angeboten bekommt, wird aus der Arbeitslosigkeit herausdefiniert. Im Juni betraf das schon knapp 30.000 Menschen – die Zahl verdoppelte sich in nur drei Monaten.

    Inzwischen gibt es so viele Sonderregeln, die von verschiedenen Bundesregierungen eingeführt wurden, dass die Verwalter der Arbeitslosenstatistik in Nürnberg neuerdings mit einer eigenen Zählweise dagegenhalten. Seit Mai weisen sie in ihren Monatsberichten zusätzlich aus, wie viel ihrer Meinung nach die »Arbeitslosigkeit im weiteren Sinne« oder die gesamte »Unterbeschäftigung« ausmacht. Dazu addieren sie all diejenigen wieder zu den offiziell Arbeitslosen, die aus den verschiedensten Gründen eigentlich nicht dazuzählen dürften. In Berlin, heißt es aus Kreisen der BA, sei man über diese neue Praxis nicht sehr erfreut. Denn aus Nürnberger Sicht summiert sich die Gesamtzahl der Erwerbslosen beziehungsweise nur mit BA-Geldern Beschäftigten auf rund 4,5 statt 3,4 Millionen.

    Darin sind Kurzarbeiter noch nicht berücksichtigt. Ihre Situation entspricht auch nicht der eines Arbeitslosen. Dennoch sind sie von einem zumindest vorübergehenden Beschäftigungsmangel betroffen, der bis zur sogenannten Kurzarbeit Null (keine Arbeitsstunde mehr im Monat) reichen kann. Und je großzügiger die Bedingungen werden – die Bundesagentur zahlt inzwischen bis zu zwei Jahre lang Kurzarbeitergeld, dessen Höhe dem Arbeitslosengeld entspricht –, desto kleiner werden die Unterschiede zur Arbeitslosigkeit. Es sei fraglich, »ob ein Arbeitsausfall von zweijähriger Dauer tatsächlich noch als ›vorübergehend‹ bezeichnet werden kann«, heißt es denn auch in einer Expertise des BA-eigenen Forschungsinstituts.”
    (…)
    Quelle: http://www.zeit.de/2009/28/Arbeitslose

    In welche Regionen die wirkliche Arbeitslosenzahl geht, lässt sich hier ungefähr ermessen. Wer die Grundrechenoperationen beherrscht, wird schnell zu einem Ergebnis kommen:

    “Von 40 Millionen Erwerbstätigen sind bereits heute nur noch 27 Millionen sozialversicherungspflichtig beschäftigt.”

    Quelle: http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2009/oktober/wie-weiter-nach-der-wahl-arbeitskampf-in-krisenzeiten

    Anschließend kann ich Dich auch noch eine Untersuchung des Statistischen Bundesamtes verweisen, da ich davon ausgehen muss, dass Dir alle Verlinkungen, die nicht deiner Ideologie entsprechen, vermutlich als “unglaubwürdig” erscheinen:

    “Insgesamt 8,6 Millionen Menschen in Deutschland würden gerne mehr arbeiten, als sie es derzeit tun.
    (…)
    Im Jahr 2009 lebten in Deutschland insgesamt 63,6 Mill. Personen im Alter zwischen 15 und 74 Jahren. Darunter waren 38,7 Mill. Erwerbstätige, 3,2 Mill. Erwerbslose und 21,7 Mill. Nichterwerbspersonen. Die Erwerbslosenquote der 15 bis 74-Jährigen, gemessen als Anteil der Erwerbslosen an den Erwerbspersonen, lag bei 7,7%.

    Die Erwerbslosenquote allein betrachtet bildet das mögliche Arbeitskräfteangebot jedoch nur unvollständig ab. Zum einen gibt es unter den Erwerbstätigen die Unterbeschäftigten, die den Wunsch nach mehr Arbeit haben und für diese auch verfügbar sind. Das sind beispielsweise Teilzeitkräfte, die gerne ihre Stundenzahl erhöhen würden oder Vollzeitkräfte, die bereit wären mehr zu arbeiten, um zusätzliches Geld zu verdienen. Insgesamt gab es 2009 rund 4,2 Mill. Unterbeschäftigte.

    Zum anderen gibt es Personen, die sich in Stiller Reserve (1,2 Mill.) befinden. Darunter fallen Menschen, die weder erwerbstätig noch erwerbslos sind, aber dennoch eine hohe Nähe zum Arbeitsmarkt aufweisen. Dies sind beispielsweise Menschen, die keine Arbeit suchen, weil sie keine Chance auf Erfolg sehen. Grundsätzlich würden sie aber gerne arbeiten und stünden für eine Arbeitsaufnahme zur Verfügung. Oder Personen, die Arbeit suchen, jedoch im Moment erkrankt sind und deshalb kurzfristig nicht verfügbar sind.

    Alle drei Personengruppen (Erwerbslose, Unterbeschäftigte und Stille Reserve) zusammen ergeben –bezogen auf die Gesamtheit aus Erwerbspersonen und Stiller Reserve im Alter von 15 bis 74 Jahren– ein ungenutztes Arbeitskräftepotenzial von 20,1%.
    (…)”
    Quelle: http://www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Navigation/Publikationen/STATmagazin/2010/Arbeitsmarkt2010__06,templateId=renderPrint.psml__nnn=true

    Beschäftige Dich erstmal ein bisschen mit den Realitäten, bevor Du weiterhin irgendwelche Parolen verbreitest, die jeglicher Grundlage entbehren.

  17. Luke

    Ich setze sie insoweit gleich, als das es bei beiden schwierig ist, sie als seriöse Quelle zu nehmen, da beide nicht ihre politischen Meinungen durchdrücke wollen. Die Bild in die eine, die Taz in die andere Richtung. Wenn man nur jeweils die eine Zeitung liest, kann man sich kein richtiges Bild bilden. Und wenn man Linksfraktion liest, dann schon erst recht nicht.

    Das mit den 9 Mio ist absoluter Firlefanz. Warum soll ich mir jetzt deine Belege raussuchen? Ich hab den Mist doch nicht behauptet.
    Fakt ist, dass wir heute soviele Arbeitsplätze und Arbeitnehmer haben wie noch nie. Weil heutzutage auch die Frauen arbeiten und soviele Menschen im erwerbsfähigen alter sind wie noch nie.

  18. Luke

    Da ist ein “nicht” zuviel. Beide Zeitungen wollen ihre politische Meinung durchdrücken.

  19. Lutz Hausstein

    Tja, und da hast Du nun auch die letzte Chance vertan, noch irgendwie als einigermaßen ernsthafter Gespächspartner wahrgenommen zu werden. Mehr als Phrasendreschen kommt bei Dir leider nicht.

    Auseinandersetzung mit den harten Fakten – Fehlanzeige. Einfaches Lesen der schon hier stehenden Belege – Schweigen im Walde. Aber von “Firlefanz” schwafeln.

    Ich empfehle: Mindestens zweimal täglich, morgens und abends, das Mitsingen des Refrains des folgenden Klassikers: http://www.youtube.com/watch?v=VE02FUOwMmU

    Adios.

  20. Luke

    Ich würde dir ja gerne längere Antworten schreiben, aber dazu fehlt mir die Zeit.
    Sicherlich gibt es Leute die mehr arbeiten wollen und mehr verdienen wollen. Aber ist das erst seit der neuen Regierung so? Das ist schon immer so. Der Großteil dieser Täuchungsmaßnahmen der BA ist außerdem vom Gerd eingeführt worden.
    Und haben sich die Leute, die mehr arbeiten und mehr Geld wollen auch ausreichend qualifiziert bzw sind sie flexibel bei der Berufswahl oder beim Wohnort?
    Anscheinend nicht, sonst gäbe es nicht so viele freue Stellen und Fachkräftemangel.
    Aber da ist dann wohl ach wieder die Regierung dran schuld.
    Viele der Teilzeitbeschäftigten, Kurzarbeiter usw hätten ohne diese Maßnahmen überhaupt keine Arbeit, da sie nicht eingestellt worden wären.

    http://www.youtube.com/watch?v=gJX2WncYiv0

    hier kannst du auch was mitsingen. Gute Nacht.

  21. admin

    @ Luke: In der Tat hat Lutz Hiasstein recht. Du kannst nichts anderes als Phrasen dreschen, da du dich nicht annähernd mit den diesbezüglichen Studien und Statistiken beschäftigt hast.

    Ich nenne dir nur einen Neuerung unserer lieben Angie, welche in der Statistik allein eine Viertelmillion Menschen hat verschwinden lassen: Arbeitslose, welche von privaten Vermittlern betreut werden, tauchen in der Arbeitslosenstatistik der BA nicht mehr auf…
    Eine Menge freier Stellen? Auch hier solltest du dich einmal damit beschäftigten, wie sich die Statistik diesbezüglich zusammensetzt.

  22. Luke

    Die ganzen Täuschungsinstrumente sind nicht von der Angie eingeführt worden, sondern von Riester, Clement, Münte und Scholz, den Arbeitsministern seit 98. Alle SPD

  23. Lutz Hausstein

    “Der Großteil dieser Täuchungsmaßnahmen der BA ist außerdem vom Gerd eingeführt worden.”

    Und Großteil davon wiederum von der “Birne”. Und ein Teil davon von denen davor. Und hiervon wieder …

    Und? Was sagt uns das jetzt? Das das alles ein statistik-beschönigender Sauhaufen ist? Egal, welche Partei? Richtig. Unter dem Strich bleibt jedoch, dass die Zahlen immer schlimmer verbogen und geschönt werden, um die Öffentlichkeit immer stärker zu täuschen. Da kann es für das Endergebnis doch völlig egal sein, welche Partei da diese Schweinereien vollzogen hat. Diese Frage ist nur im Zusammenhang mit der Schuldfrage von Interesse.

    Darüber hinaus. Wer hat denn “Mutti” verboten, die Statistik-Fälschungen wieder zu begradigen? Stattdessen wird noch mehr geschönt. Und noch mehr. Und immer noch mehr.

    Und am Ende kann man dann öffentlich von einem Geschäftsklima-Index schwafeln, der die Unternehmen (Unternehmer) in Partylaune versetzt. Unter anderem auch, weil ja “gar niemand mehr arbeitslos ist”. Um anschließend gleich noch nach “qualifizierten ausländischen Arbeitern” zu rufen. Die dann die noch verbliebenen Arbeitenden unter noch größeren Lohndruck setzen, weil die Konkurrenz noch größer wird. Damit die Partylaune der Unternehmer noch hemmungsloser wird.

    So läuft der Hase!

  24. Luke

    Es tut mir leid aber ich kann mit dieser negativen, pessimistischen, depressiven Einstellung nichts anfangen. Es mag nicht alles Gold sein in Deutschlands aber alles in allem geht es uns glänzend.
    Es ist erstaunlich, wie hier bei jeder vermeitlch posivtiven Nachricht alles schlecht geredet wird und wie sich alles bei vermeitlich schlechten Nachrichten bestätigt sehen.
    Wenn ihr mit dem gleichen Elan, mit dem ihr hier das Opfer spielt, arbeitet, dann habt ihr keine Probleme einen gut bezahlten Job zu finden.

  25. admin

    Ich glaube Luke (ACHTUNG: doppelte Ironie) würde einen guten Bürger in einer Diktatur mit gleichgeschalteter Presse abgeben: Wenn die Regierung etwas sagt und die Zeitungen es schreiben, muss es einfach wahr sein. *ironie off*
    By the way: Ich finde es übrigens witzig, dass Luke meint Lutz Hausstein und ich wären “Opfer”. Ist dir eigentlich auch schon aufgefallen, dass man sich für Dinge einsetzen kann, von welchen man nicht betroffen ist?

  26. Luke

    Weil ich Deutschland größteinteils gut finde und gerne hier lebe schlußfolgest du, dass ich gerne in einer Diktatur lebe?
    Und zitierst dabei aus Quellen einer Partei (die du wohl unterstüzt?) deren Vorgänger mit ähnlichem Personal seine Bürger Jahrzehntelang unterdrückt und ausspioniert hat und von freien Wahlen und freier Presse nichts wissen wollte.
    Hier muss man echt kerngesund sein.

  27. Luke

    Achso: Jetzt nicht mit dem Argument der Ironie rausreden, den es war keine Ironie.
    Und ich habe nie gesagt das ihr Opfer seit, aber ihr spielt die Betroffenenrolle sehr gut.

  28. admin

    wer lesen kann, wäre klar im vorteil: habe nie gesagt, dass du gerne in einer diktatur leben würdest. habe nur gesagt, du würdest einen guten bürger dort abgeben, weil du dinge für wahr erachtest, nur weil sie von der regierung oder behörden wie der BA verbreitet werden.
    dein argument mit der linken ist von der plattesten art und weise und hat nichts mit dem thema hier zu tun. die zahlen der linken basieren im übrigen nur auf einer ausführlichen auswertung der monatlichen BA-statistik.
    das thema unterdrückung in der ddr hat nichts mit dem eigentlich thema hier zu tun. deshalb nur ein kurzer kommentar dazu: 1. ist schon witzig wie du über 80.000 mitlgieder einer partei, darunter immer mehr aus dem westen, über einen kamm scherst. 2. schau dir mal an, aus welchen mitgliedern sich ost-spd, ost-cdu und ost-fdp zusammensetzen. allein die union hat sich zwei ehemalige ddr blockparteien inkl. deren mitglieder einverleibt und darüber beschwert sich keiner ;)

  29. Luke

    Ich schere niemand über einen Kamm. Nur von Diktatur anzufangen, wenn man eine Partei favorisiert, die Jahrzehntelang die Diktatur propagiert hat, die Demokratie anzweifelt und noch heute gut von dem damals erlangen Vermögen lebt, ist schon recht zweifelhaft.

  30. admin

    Soso…die Linke zweifelt an der Demokratie…hast du dafür Beweise? Jaja die alten SED Millionen. Auch für diese Behauptung hätte ich bitte irgendeinen Beweis. Und um mal auf dein Niveau zu argumentieren: Die CDU hat sich ja zwei ehemalige Blockparteien einverleibt. Was ist denn aus deren Vermögen geworden?

  31. Luke

    http://www.bmi.bund.de/cae/servlet/contentblob/151416/publicationFile/18049/UKPV_Abschlussbericht.pdf

    Seite 33-34. Die SED Besaß 6,5 Mrd Mark Vermögen + Imobilien + Betriebe + Filmgesellschaft und Verlage, Autos, Möbel usw.
    Und wo ist es hin? Bartsch, Gysi usw, die dafür zuständig waren, wissen von nichts.
    Die CDU und FDP haben sich sicher auch nicht mit Ruhm bekleckert, aber es ist eine ganz andere Größenordung wie bei der SED/Linken. Des Weiteren habe nicht ich mit dem Thema Diktatur und Pressefreiheit angefangen.

  32. admin

    Ich zitiere den Bericht auf Seite 37: 1995: “Die PDS nahm alle Klagen und Restitutionsanträge
    zurück und verzichtete unwiderruflich auf ihr gesamtes Altvermögen.” Weiterhin wird aufgeführt: “Der Vergleichsvertrag enthält Sanktionsregelungen für den Fall, dass verschwiegenes Altvermögen bekannt wird.” Zu letzteren ist bis heute NICHT gekommen.
    Wer jetzt behauptet, da würden irgendwo noch Millionen schlummern, von welchen die Linke sich finanziert, soll bitte juristisch verwertbare Beweise erbringen.

    Meine Anspielung auf das Thema Diktatur war nicht im Sinne der Eröffnung eines neuen Themas, sondern sollte nur illustrieren, dass man nicht alles glauben soll, was Regierung, Behörden und Medien so behaupten.

  33. Lutz Hausstein

    Ach, ich fand den Schwenk mit der DDR gar nicht mal so falsch. Passt schoa. ;-)

    Auch in der DDR hatten die (Partei-)Mächtigen ihre “Jubelperser”, die immer und überall verbreiteten, wie toll alles doch sei. Stimmte zwar nicht, aber … hey! Man kann nicht alles haben.

    Insofern. Geschichte wiederholt sich (doch).

  34. luke

    Die Frage bleibt, wo das Geld hin ist. Gysi zB Schweigt nach wie vor zu diesem Thema.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Gregor_Gysi#Rolle_bei_Verschleierung_des_SED_Verm.C3.B6gens
    http://de.wikipedia.org/wiki/Putnik-Deal
    Hin und wieder tauchen ja ein paar Millionen auf. Bei den restlichen Millarden fehlt aber jede Spur
    http://www.zeit.de/politik/deutschland/2010-03/unicredit-sed-vermoegen-urteil
    http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/schweiz_hilft_bei_der_suche_nach_sed-auslandsvermoegen_1.6701410.html

    Aber ok, meinetwegen kann das Thema beendet werden.

  35. admin

    ist auch nicht das thema gewesen. es ging ja eigentlich um das beschreien eines riesigen aufschwungs!

    werd mich dem sed-vermögen thema demnächst mal ausführlich widmen, sobald ich wieder zeit habe

  36. Momo

    Hier zwei interessante Links:
    Das angebliche Jobwunder
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=6174

    Anmerkungen des NachDenkSeiten-Lesers G.K. zum Beitrag von Thomas Fricke (“Kein Wunder”)
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=6273#h02

  37. Luke

    2,2% Wachstum in 3 Monaten (~9% aufs Jahr gerechnet), soviel wie noch nie seit der Wiedervereinigung.
    http://epp.eurostat.ec.europa.eu/cache/ITY_PUBLIC/2-13082010-BP/EN/2-13082010-BP-EN.PDF

    Das Geschäft brummt, Deutschland wird im Ausland gefeiert (sogar bei den Angelsachsen).
    Nur in manschen Teilen Deutschlands schlafen die Leute lieger ihren Dornrösschenschlaf.
    http://www.economist.com/blogs/freeexchange/2010/08/europes_economies
    http://online.wsj.com/article/SB10001424052748703960004575426572933053474.html?mod=WSJEUROPE_hpp_LEFTTopStories

    Und tausende weitere Berichte darüber in der internationalen Presse, über die man sich freuen kann oder weiter nörgeln kann:
    http://news.google.com/news/more?hl=en&q=german+economie&um=1&ie=UTF-8&ncl=dm4k7yStwkFobaM6hiaCknADSU09M&ei=FINlTOvTFYOJ4Qaq652VCg&sa=X&oi=news_result&ct=more-results&cd=1&resnum=1&ved=0CCYQqgIoADAA

  38. admin

    Allein ihre Rechnung, einfach das Wachstums eines Quartals zu nehmen und dieses zu multiplizieren, um das Wachstum für das Gesamtjahr zu erhalten, zeigt, dass ihre Kenntnisse in Sachen Wirtschaft doch eher gering sein dürften

  39. Luke

    Das ist eine ganz normale statistische/ wirtschaftliche Vorgehensweise. Würden diese 2,2% bebehalten (was sie natürlich nicht tun), hätte man 4*2,2= 8,8% Wachstum. Dieses einfache Verfahren wird allgemein, auch in Fachliteratur / Wissenschaftlichen Arbeiten so angewendet, um (mit dem nötigen Hintergrundwissen), die Zahlen vergleichbar zu machen.

  40. Luke

    Die ganzen Wirtschaftszeitungen haben wohl auch keine Ahnng von der Wirtschaft, den sie gehen genauso vor.
    Z.B meine erste Nachrichtenquelle, der Economist (2. Satz). So ziemlich die angesehenste Wirtschaftszeitschrift weltweit.

  41. admin

    Zum Glück sagen sie es ja selbst: Es ist eine Milchmädchenrechnung die Zahl eines Quartals mal vier zu nehmen. Allein weil das erste Quartal diesen Jahres anders ausgefallen ist, haut diese Rechnung nicht hin ;) Hätte, wären, könnten….am Ende zählt, was rauskommt und da gehe ich von nicht mehr, als etwas mehr als zwei Prozent Wachstum im Gesamtjahr aus.
    Der Economist ist vielleicht in der Wirtschaftswelt hoch angesehen. Für mich und etwa Albrecht Müller von den Nachdnekseiten ist er ein Verbreiter neoliberaler Wunschträume und Lügenmärchen.
    Ganz abgesehen davon die Frage, ob es sich auch um ein qualitatives Wachstum handelt.

  42. Luke

    Über 2% Wachstum ist doch super. Die Prognosen gehen mitlerweile von mehr oder weniger als 3% aus.
    Der Economist ist halt Angelsächsisch und daher liberal geprägt.
    Deutschland wird als sehr links/sozialistisch usw angesehen.
    Und wenn selbst die uns jetzt in allen Tönen loben, zählt das ja wohl gleich doppelt.

  43. admin

    Naja auch für die zwei Prozent muss alles so weiterlaufen, wie derzeit und da stelle ich viele ??? in den Raum.
    Für solche “liberal geprägten” Blätter ist selbst eine allgemeine Krankenversicherung schon sozialisistische Bevormundung. Demzufolge freue ich mich über deren Jubel nicht wirklich, da Deutschland in den letzten beiden Jahrzehnten genau den Weg gegangen ist, welchen sich die Köpfe hinter diesen Zeitungen wünschen.

  44. Luke

    “schade das es die ddr nicht mehr gibt” musst du jetzt noch hinzufügen.

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